Social Media Maler beim 3. StARTcamp Köln 2013

Dokumentation einer kleinen feinen, aber durchaus lautstarken Session

Social Media Maler hieß unsere eigens für das 3. StARTcamp Köln entwickelte Session: Zwei Teams spielen gegeneinander und stellen pro Runde eine oder einen, die/der für das Team einen Social Media Begriff malt. Und das bestenfalls so, dass die Teammitglieder ihn erraten. Pro erkannten Begriff gibt es einen Punkt, und am Ende gewinnt das Team mit den meisten Punkten. So einfach das grundsätzliche Regelwerk, so schwierig doch die Aufgabenstellung. »Twitter« zu malen ist dank des bildhaften Logos sehr leicht. Aber was ist mit Begriffen wie »Posten«, »Wordpress« oder einzelnen bekannten Hashtags? 

Als ich letzten Freitag unsere Session angekündigt habe, habe ich sie als gamification bezeichnet. Ich habe sogar den Begriff game based learning benutzt. Das habe ich nicht nur aus Spaß gemacht. Denn bei allem Spaß, den wir mit unserer Session bewirken wollten, steckte hinter der Idee durchaus auch ein didaktischer Ansatz. An dieser Stelle darf ich mich einmal selbst zitieren:

Aus didaktischer Sicht ist game based learning, d.h. die Anwendung eines Spiels mit dem Zweck des Lernens mittels digitaler Medien, durchaus reizvoll: Motivierte Spieler sind konzentriert, interessiert, gar enthusiastisch.

Okay, wo steckt hier der Fehler? Richtig: Wir haben für die Social Media Maler keine digitalen Medien genutzt. Hätten wir tun können, haben wir aber nicht. Manchmal steckt die Tücke im Detail: Wenn zum Beispiel ein Adapter fehlt, den extra anzuschaffen uns dann doch zu teuer war. Außerdem ist old school doch auch mal wieder ganz schön. Den Rest meiner Behauptung, die ich einst im Rahmen eines Projektantrages aufgestellt hatte, haben wir dann aber auf jeden Fall bestätigt: Konzentriert, interessiert und enthusiastisch sind Attribute, die ich unseren Teilnehmer/innen sofort bescheinigen würde. Kein Wunder, dass es da zwischenzeitlich auch durchaus ziemlich laut wurde! Tatsächlich waren auch einige dabei, die es mit Begriffen zu tun bekamen, von denen sie noch nie zuvor gehört hatten. Ich wette mit euch: Diese Begriffe werden sie so schnell nicht wieder vergessen!

Im Vorfeld hatten Jasmin und ich nicht nur fleißig gebastelt (schließlich wollten wir unsere Sieger auch entsprechend ehren können, da mussten Medaillen her). Wir haben auch eine Testrunde durchgespielt. In einem Biergarten hatten wir uns dafür getroffen und mit unserer Freude über unsere Unfähigkeit, so manche vermeintlich einfachen Begriffe zu zeichnen, für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Dabei hatten wir noch nicht mal angefangen, die ursprüngliche Idee auszuprobieren, als Alternative zum Malen die Pantomime anzubieten.

40 Begriffe, die wir für realisierbar hielten, hatten wir nun also beim StARTcamp dabei. Und eine etwas überdimensionierte Anzahl an Medaillen. Schwer vorherzusehen, wie groß das Interesse der Kunst- und Kulturschaffenden an unserer neckischen Idee sein könnte. Dass wir nun einige Medaillen übrig haben, macht aber gar nichts. Ein wichtiges Prinzip des game based learning ist nämlich das der Wiederholung. Vielleicht lassen sich mit unserem gewählten Format nicht so ohne Weiteres die hier gemeinten nötigen Spielzyklen anbieten. Wiederholen können wir die Session aber gerne immer wieder!

Genug geredet! Wozu hatten wir einen Fotografen dabei? Lassen wir doch einfach fortan Thorsten Schiller mit seinen Fotos sprechen! – Okay, ein bisschen quatsche ich in den Bildbeschreibungen dann doch, so bin ich halt.

Die Vorbereitung

 

Die Teams

 

Die Maler/innen

 

Die Siegerehrung

 

Die Werke und das Bilderrätsel

So, und hier sind sie nun, die beeindruckenden Werke unserer Künstler. Ich scherze nicht, ich meine es wirklich so: Da stehst du und hältst plötzlich einen Begriff in der Hand, zu dem dir innerhalb kürzester Zeit einfallen soll, wie du ihn umsetzen könntest. Es haben ja, wie schon erwähnt, noch nicht einmal alle ihre Begriffe gekannt, und sie haben sie trotzdem gemalt! Chapeau, kann ich da nur sagen: CHAPEAU!!!

Malen müsst ihr hier jetzt nicht, aber wie wäre es mit Raten? 16 Begriffe wurden gezeichnet – erkennt ihr sie? Unten gibt es das Kommentarfeld – ihr wisst, wie das geht…

Nummer 16 in seiner Entstehungsgeschichte:

Das #hach am Tach da-nach

3. StARTcamp Köln – für mich Gamification total

Gezeichnet fürs Leben: Social Media Maler

Gezeichnet fürs Leben? Folgen Sie der blauen Hand!

Ein Jahr nach meinem ersten StARTcamp Köln, das tatsächlich das zweite war, das die Herbergsmütter Wibke Ladwig, Anke von Heyl und Ute Vogel 2012 veranstaltet hatten, ist das dritte schon wieder Geschichte. Nun heißt es, wieder ein Jahr zu warten, bis in der Karl-Rahner-Akademie erneut die Kunst- und Kulturschaffenden zusammenkommen, um sich den Frage- und Aufgabestellungen des Social Media zu widmen. Und dabei so viel #hach, #flausch und Spaß zu haben, wie es an einem Tag gerade geht. Heute aber erst einmal mein Blick zurück.

Zuallererst kann ich alle beruhigen, die sich Sorgen gemacht haben sollten, ob ich nach meiner eigenen Session fürs Leben gezeichnet sein könnte: Die Hand ist nicht länger blau. Puh! Für eine gute Session tue ich ja fast alles, letztlich bin ich nun aber doch froh, nicht länger mit blauen Fingern durchs Leben laufen zu müssen. Es lebe die Erfindung des Bimssteins – alles wieder gut!

Am Anfang war das Ständchen

Tatsächlich startete der Tag für mich mit einem großen Fragezeichen: »Woher zum Henker wissen die Herbergsmütter, dass Thorsten heute Geburtstag hat??? Ich hab das doch gar nicht geplaudert…« Nicht, dass ich es nicht vorgehabt hätte. Tags zuvor hatte ich ihn gefragt, wie seine Privatsphäreeinstellungen in Hinblick auf seinen Geburtstag sein würden: offen (incl. 120-stimmiges Ständchen), geschlossen (ich darf es Freunden und Bekannten erzählen) oder geheim. Als er sagte, offen wäre schon okay, habe ich noch gefrotzelt, bei dem Meister der Indiskretion in die Schule zu sein. Und dann kommen mir plötzlich die Herbergsmütter zuvor – HA! Wie konnte mir das passieren? Der Meister wird mir mein Diplom wieder entziehen! Thorsten jedenfalls hat sich – das sei allen an dieser Stelle noch einmal bestätigt – sehr über das Ständchen gefreut.

Gamification Pt 1: Schnick Schnack Schnuck

Da ich ja nun selbst vorhatte, zusammen mit Jasmin eine Gamification-Session anzubieten, konnte ich mir die von Schnick-Schnack-Schnuck-Session von Mr. Scholti Michael Scholten natürlich nicht entgehen lassen. Zugegeben: Es ist schon ziemlich lange her, dass ich diesen Klassiker des Schulhof-Sports zuletzt ausgeübt habe. Ich hatte ja keine Ahnung, dass er sich zum international anerkannten Leistungssport gemausert hat, mit Weltverband und allem Pipapo! Deshalb war ich auch dankbar, dass wir Spieler eine kurze Einführung in das komplexe Regelwerk erhielten. Dass es für die Teilnahme Kampfnamen braucht, war mir zum Beispiel auch nicht klar. Welchen ich da wählen würde, hingegen schon. Tiger_Mary hatte mir bei totaler Ahnungslosigkeit schon zu einem bemerkenswerten 2. Platz bei meiner Sommermärchen-Tipprunde verholfen. Meine Erwartungen an die Magie dieses Namens waren entsprechend hoch. Schließlich handelt es sich hierbei um die Tigerin aus dem Kölner Zoo.

Nun, was soll ich sagen… Mary und ich haben tierisch ins Klo gegriffen. Vor uns stand in der ersten Runde gleich die spätere Turniersiegerin, die mir erklärte, Tiger als Haustiere zu halten. Die Frau hat ein Zombie-Blog – das hätte mir gleich eine Warnung sein sollen! Umso mehr Zeit hatte ich in der Folge, Fotos zu machen.

Gamification Pt 2: Bastelstunde mit Brigitte Glatzel

Der Gamification-Faktor meiner zweiten Session-Teilnahme war hauptsächlich geprägt durch die Tatsache, dass hier mal wieder kräftig gebastelt wurde. Letztes Jahr – ich hatte auf meinem Mehr-Welten-Blog darüber berichtet – galt es, sich einen Social Media Manager zu basteln. Ganz klar also meine Teilnahme an Brigitte Glatzel’s Das innere Team-Session. »Ein leichtes Spiel«, dachte ich mir, »immerhin balanciere ich mit mehr Welten als dieser.« So einfach war es dann aber doch nicht. Hinter dem Ansatz steht kein Geringerer als Schultz von Thun, dem ein oder anderen vielleicht ob seines 4-Ohren(Seiten)-Modells bekannt. Mein inneres Team ist jedenfalls eine ziemlich grob-motorische Chaos-Truppe geworden – ich erspare euch die Details…

Gamification Pt 3: Plüschtiere im Social Media Einsatz

Nach der Mittagspause ging es dann direkt mit Plüschtieren weiter. Wenn man einmal im Spaß-flow ist… Dabei war der Ansatz von Kristine Honig-Bock durchaus ernst gemeint. Auf ihrem Blog hat sie bereits darüber berichtet: Reiseblogger nutzen gerne Maskottchen, die für sie oder mit ihnen durch die Weltgeschichte reisen. Warum also nicht auch Maskottchen für Kulturbetriebe sprechen lassen? Zumal ein solches auch anwesend war: Qwoo war nicht alleine zum StARTcamp gekommen, hatte vielmehr eines seiner Herrchen vom Currywurstmuseum mitgebracht, das er (es? sie?) auch für sich sprechen ließ. Ich jedenfalls habe mir während dieser Session einmal mehr Gedanken darüber gemacht, ob ich meiner Lebensbegleiterin Cozy Mummy (spricht sich [ko:si mummi], kurz: Cosy) die Chance eines eigenen Twitter-Accounts geben soll. (Ich habe allerdings auch ein bisschen Angst davor, was Cosy alles ausplaudern könnte, schließlich kennt sie mich seit meinem 2. Lebensjahr…)

Gamification Pt 4: Social Media Maler

Was bei den Social Media Malern passiert ist und warum wir wahrscheinlich eine der lautesten Sessions waren, darum wird es ein anderes Mal gehen…

Gamification Pt 5: Endlich mal echte Cocktails auf einem BARcamp!

Auch meine letzte Session lässt sich durchaus problemlos der Kategorie Games zuordnen. Game Based Learning, um genau zu sein, denn nach einer kurzen Einführung hatten die Teilnehmer der Session von Jo Reinhardt die Möglichkeit, ihre eigenen Cocktails zu mixen. Wie gut, dass sich bereits nachlesen lässt, was er uns gestern nahegebracht hat… Ich war nämlich leider nicht mehr besonders aufnahmefähig, noch nicht mal meine Drinks habe ich selbst gemixt. Getrunken habe ich sie aber gerne… ;-)

Am Ende eines wunderschönes Tages hatte ich dann auch noch das Vergnügen, mit dem Geburtstagskind zusammen essen zu gehen. Thema Nummer 1 dabei natürlich unsere Erlebnisse auf dem StARTcamp. Und der Schluss: Nächstes Jahr sind wir wieder dabei – und das wahrscheinlich auch mit einem gemeinsamen Session-Vorschlag!

Social Media Maler – Bastelstunde für das 3. StARTcamp

Dreimal werden wir noch wach – dann ist 3. StARTcamp-Tach!

Zeit, unsere Session vorzubereiten. Also nur so für den Fall, dass es genug Teilnehmer gibt, die mit Jasmin und mir zusammen Social Media Maler spielen wollen.

Social Media Maler: Bastelstunde

»Social Media Maler?« mag sich einer fragen: »Soll heißen?«

Soll heißen, dass wir zwei Teams bilden werden, die gegeneinander spielen. Die Teams spielen abwechselnd und stellen reihum je eine/n Maler/in, die/der einen Begriff aus dem Bereich Social Media malen muss. Auf dass die Teamkollegen den Begriff erraten. Dafür gibt es einen Punkt. Am Ende gewinnt das Team, das die meisten Punkte sammeln konnte.

Natürlich gibt es auch ein paar Regeln, z.B.:

    • Die Maler ziehen blind ihren Begriff. (Sollten sie den Begriff nicht kennen oder sich außer Stande sehen, ihn zu zeichnen, können sie EINMAL einen neuen Begriff ziehen. Bemerke: Der könnte noch übler sein…)
    • Die Maler haben ZWEI MINUTEN, in denen ihr Team den Begriff erraten haben sollte.
    • Maler dürfen NICHT REDEN! Aber: Zustimmendes Quieken oder verzweifeltes Grunzen sind erlaubt, ebenso Kopfschütteln und Nicken.
    • Es dürfen nur KEINE BUCHSTABEN benutzt werden. AUSNAHME: XXX als Stellvertreter für Schrift
    • Zusammengesetzte Hauptworte können getrennt gezeichnet und die beiden Teile mit „1“ und „2“ markiert werden
    • Es darf NICHT auf Gegenstände im Raum oder am eigenen Körper gezeigt werden. Das gilt auch für Körperteile.
    • Pantomime ist NUR als Ausdruck der Bestätigung, der Verneinung, der Freude oder der Verzweiflung gestattet
    • Der Begriff gilt als erraten, wenn er EXAKT benannt wird. Bemerke: Social Media benutzt meist die englische Sprache!

Außerdem sollten wir vielleicht noch darauf hinweisen, dass wir während der Session fotografieren wollen. Wer nicht fotografiert werden möchten, sollte dies vorher laut und deutlich sagen!

Ja, aber bis das alles so stattfinden kann, müssen wir noch viel schnibbeln… Immerhin: Einer ist schon fertig!

Nachhaltigkeit in schnelllebigen Zeiten

Schlusssession beim Tweetcamp

Schlusssession beim Tweetcamp, Foto: bk

Eine Woche ist es nun her, da über 100 Menschen zusammenkamen und ihre Gedanken zu Twitter auf einem BarCamp austauschten. In unseren schnelllebigen Zeiten kann nun einer sagen: »Was willst du jetzt noch dazu schreiben, das ist doch Schnee von gestern!« Und doch tröpfeln noch immer Nachbetrachtungen in meine zuletzt sehr angewachsene Timeline. Während die einen in der Zwischenzeit an mindestens einer vergleichbaren Veranstaltung teilgenommen haben und so längst in ganz anderen Welten unterwegs sind, scheint es anderen ähnlich zu gehen wir mir: Da hallt etwas in uns nach, bringt uns dazu, das Erlebte zu reflektieren und uns zu fragen, ob Weiterentwicklungen denkbar und wünschenswert wären.

Unorganisiert und kostenlos gleich wertlos?

Das BarCamp-Format an sich stellt ja schon eine Weiterentwicklung dar. Nur ist diese Erkenntnis an vielen Entscheider-Stellen genauso wenig angekommen wie in der breiten Bevölkerung. Etwas, das sich rühmt, unorganisiert zu sein und quasi nichts zu kosten, kann einfach nicht viel wert sein. Wenn ich mal wieder vor Menschen stehe und versuche, ihnen Tools wie Twitter unter anderem damit schmackhaft zu machen, indem ich ihnen erzähle, dass Twitterer sehr kommunikativ sind und sich gerne im Real Life treffen – zum Beispiel bei BarCamps –, schauen mich immer wieder dieselben großen fragenden Augen an. Offenbar zahlen sie lieber mehrstellige Summen, um Silberrücken und sonstige Kostümträger in noblen Hotels zu treffen. Sie legen sogar Geld dafür hin, um auf der Website eines (vermeintlich) bedeutsam Anderen verlinkt zu werden, und nennen das dann Netzwerken. Sich auf eine unorganisierte Konferenz einzulassen, bei der noch nicht mal Vorträge anerkannter Experten zu hören sind, scheint viele Menschen über alle Maßen zu irritieren.

Sehr wichtig erscheint mir in diesem Kontext der Aspekt, auf den @itbibi Brigitte Glatzel in ihrer #tck13-Nachbetrachtung eingegangen ist: den der Kommunikationsmodelle. Da mögen wir noch so viel über Wirklichkeitskonstruktion gehört und gelesen haben, und doch hängen die meisten der illusorischen Vorstellung nach, das technische Sender-Empfänger-Modell würde auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation funktionieren. Besonders jene, die noch nie über Kommunikation nachgedacht haben oder Begriffe wie Wirklichkeitskonstruktion für intellektuellen Scheiß halten, sind der Überzeugung, dass der Redner (bei einer Konferenz/in einem Beratungsgespräch/in der Arztpraxis/…) nur Experte seines Fachgebietes genug sein muss, damit 1:1 empfangen wird, was gesendet wurde. Sie gehen davon aus, dass ein Experte immer Antworten und die Dinge immer unter Kontrolle haben muss. Alles andere sei ein Ausdruck von Inkompetenz. Und wer, bitte schön, zahlt schon für oder investiert gerne Zeit in jemanden, der offensichtlich inkompetent ist?

Inkompetenz fühlt sich nicht gut an

In der Medizin gibt es Untersuchungen, die sich mit Inkompetenz beschäftigen. Eine mögliche Erklärung, warum wir Inkompetenz als so unangenehm erleben: Wir fürchten, den Erwartungen anderer nicht entsprechen zu können, deshalb von ihnen abgelehnt zu werden. Durch das Ausbleiben der erwünschten Anerkennung kommt es dann wahrscheinlich zu einem plötzlichen Abfall des Opioid-Spiegels im Gehirn (der auch endogen, das heißt auch ohne Zufuhr von therapeutisch oder missbräuchlich zugeführten Opioiden existiert…), Unwohlsein ist die Folge. Bezogen auf das ärztliche Handeln zeigte eine Untersuchung: Je mehr ein Arzt der Überzeugung ist, immer die Kontrolle bewahren und Antworten auch auf unsinnige Fragen liefern zu können, desto üppiger, kostenträchtiger und selbstsicherer vorgetragen seine Diagnosen. Diejenigen Ärzte aber, die sich der Unsicherheit ihres Handels bewusst sind, dies mit ihren Patienten teilen und im Gespräch mit ihnen an dem geschilderten Problem arbeiten, gehen in ihrer Diagnostik besonnener vor und erleben sich gar nicht erst als inkompetent. (Suchman, A: Uncertainty, Competence, and Opioids. Journal of General Internal Medicine 6/2005.)

Bezogen auf unsere Thematik hier bedeutet diese Erkenntnis: Wir begeisterten BarCamper haben die Schulzeit wahrscheinlich unbeschadeter überstanden, als uns bewusst ist. Fern von der geschulten Vorstellung, dass es auf Fragen immer Antworten geben muss (und zwar bestenfalls genau die eine richtige), haben wir uns die Fähigkeit bewahrt, Fragen überhaupt erst einmal zu stellen und mit anderen zusammen an den möglichen Antworten zu arbeiten. Auch haben wir so eine Ahnung, dass sofortige Lösungsfindung vielleicht nicht immer der beste Weg ist. Über manche Dinge muss man einfach ein bisschen länger nachdenken.

Nach dem BarCamp ist vor dem BarCamp

Nun ist das mit dem etwas längeren Nachdenken in schnelllebigen Zeiten so eine Sache: Wer hat dafür schon Zeit? Silberrücken und Kostümträger in leitenden Funktionen schon mal sicher nicht. Aber auch wir Camper sollten uns da hinterfragen: Während die einen nach einem durchaus auch anstrengenden Camper-Wochenende zurück in den Berufstrott gehen, ziehen die anderen zum nächsten BarCamp weiter. Inwieweit sie die gerade gewonnen Erkenntnisse mitnehmen und an der neuen Stelle weiterdiskutieren, kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich habe nur das dumme Gefühl, dass wir uns bei aller Weiterentwicklung noch nicht weit genug entwickelt haben. Nachhaltigkeit mag ein Gummibegriff geworden sein, und doch erscheint er mir als wesentlicher Faktor: Wenn nach dem BarCamp einfach nur vor dem BarCamp bedeutet, machen wir die Dinge vielleicht anders, kommen dabei aber auch keinen Schritt weiter.

Sehr wohl habe ich bei den Veranstaltungen, die ich besucht habe, neue wesentliche Kontakte geknüpft, die sich zum Teil über die Zeit hinweg zu Freundschaften entwickelt haben. So basiert der Kontakt zu Jasmin auf unserer Begegnung beim 2011er WordCamp, und Astrid habe ich 2012 bei einem Twittwoch kennen und bei einer geeks@cologne-Veranstaltung schätzen gelernt. Seither bereichern wir uns gegenseitig mit Ideen und wollen nun gerne versuchen, diese mit anderen zu teilen. NetworkingLine war nur ein Anfang. Wir sind selbst gespannt, was da noch kommen mag…

TweetCamp 2013: Die #tck13foto Galerie

Die Fotos sind nicht sortiert. Da fällt es dann auch nicht so auf, dass sich die Genussvollen, die Geografischen, aber vor allem die Kuturellen viel fotofreudiger gezeigt haben als zum Beispiel die Medialen… :-)

Das letzte Bild ist übrigens auf Anregung von @armselig als Gemeinschaftsproduktion von Jasmin und mir – und natürlich euch allen – entstanden.

Wir danken allen, die mitgemacht haben, und hoffen, dass euch die Sammlung genauso Spaß bereitet wie uns!

TweetCamp 2013: coole Location, coole Gäste, coole Sesssions

BarCamp ist nicht gleich BarCamp

Am vergangenen Wochenende fand nicht nur das erste TweetCamp statt. Ganz nebenbei bedeutete dieses BarCamp für BloggerBrunch auch den ersten Auftritt in der Öffentlichkeit. NetworkingLine haben wir unsere Aktion genannt und wollten damit zu etwas beitragen, was sich oft als viel schwieriger erweist, als so mancher meinen mag: das Networken!

tck13, Morgensession, BloggerBrunch

Morgensession beim #tck13, Foto: bk

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir ist die Frage nach meiner Extro- oder Introvertiertheit definitiv eine der Tagesform. Blöd, wenn man am Morgen eines BarCamps aufwacht und merkt, dass das einer dieser Tage ist, an dem jeder Versuch, open-hearted auf fremde Leute zuzugehen, kläglich scheitern wird. Dabei sind BarCamps doch genau der passende Anlass, Gleichgesinnten aufgeschlossen zu begegnen. Ich stimme da @juiced_de mit seinem Beitrag »tweetCamp 2013: In den Herzen der Nerds« völlig zu: Es geht nicht nur um den intellektuellen Input, sondern vor allem auch darum, Menschen mit ähnlichen Interessen zu treffen, bestenfalls neue Freundschaften zu schließen.

Astrid, Jasmin und ich haben in den letzten Wochen und Monaten viel über dieses Thema diskutiert. So unterschiedlich unsere beruflichen Hintergründe, so unterschiedlich auch unsere Erfahrungen bei Social Media Veranstaltungen. Mir ist es tatsächlich erst einmal untergekommen, dass sich noch nicht mal in der Raucherecke vor der Tür Gespräche initiieren ließen, die erwähnenswert weit über »Haste mal Feuer?« hinausgingen. Astrid hingegen, die mit ihrem Urheberrechtsquiz ja nun schon fast zur BarCamp-Touristin geworden ist, hat schon öfter vor abgrenzenden Cliquen gestanden. Aber was kann ein Gastgeber mehr tun, als in einer schönen Location eine angenehme Stimmung mit guter Versorgung (auch die der kulinarischen Sorte) zu bieten? Sind wir Gäste nicht auch für unser eigenes Glück verantwortlich? Ja, sind wir. Und doch kann es nicht schaden, ein wenig Hilfestellung anzubieten.

Coole Location, coole Sessions, coole Gäste

Coole Location, coole Sessions, coole Gäste, Foto: bk

Der Startplatz ist definitiv eine schöne Location, und @dieSteph hat mit ihrer unkomplizierten #Spiel- #Spaß- und #Spannung-Ausstrahlung genau die passende Stimmung verbreitet und war immer ansprechbereit. Die Getränkeversorgung war großartig und das Essen reichte sogar noch für das Frühstück am zweiten Tag. Sollte es also tatsächlich jemanden geben, der/die unter diesen äußerst günstigen Umständen nicht mit einer/einem bislang Unbekannten ins Gespräch gekommen ist? So gesehen hatte das 1. Tweetcamp unsere Aktion gar nicht nötig. Aber ich beschwere mich nicht. Wir hatten viel Spaß dabei, die Cluster zu erstellen. Und ich freue mich über die Fotos, die ihr mit #tck13foto getwittert habt.

Der 1. Tag

tck13, Urheberrechtsquiz, BloggerBrunch

tck13, Urheberrechtsquiz, Foto: bk

Die Aktion hat uns in Sachen Sessionteilnahme am Samstagvormittag ja ein wenig ausgeknockt, sodass ich leider die »Wie wir Merkel besiegten« und die »KStA« Sessions verpasst habe (letztere wurde dankenswerterweise am Sonntag wiederholt). So blieb es am ersten Tag für mich bei drei Vorträgen: (1) Appgefahren – Twitterapps & Co. (2) Urheberrechtsquiz (3) Jeder sollte Podcasten!
Astrids Quiz habe ich damit nun zum dritten Mal erlebt, aber es ist immer wieder schön verwirrend. Ich fürchte nur, je öfter ich da mitmache, umso weniger traue ich mich überhaupt noch, irgendwas im Netz zu veröffentlichen… Anklang findet Astrids Format immer wieder. So fragte sich @Eisfraeulein in einem Tweet, ob der @vergraemer eigentlich bei einer öffentlichen Veranstaltung aus seinem eigenen Buch vorlesen darf… Und @tboley hat in seinem Artikel »TweetCamp 2013 in Köln« nicht nur unsere NetworkingLine-Aktion, sondern eben auch Astrids Session lobend erwähnt. Merci dafür! Gut gefallen hat mir aber auch die Podcaster-Präsentation von @boydroid Thomas Riedel und @adrianrichter (dessen Namen ich jetzt immer erinnern werde!).

Der 2. Tag

tck13, Schluss-Session

tck13, Schluss-Session, Foto: bk

Sonntag war für mich dann sehr entspannt: Session, Pause, Session, Pause,… – und zur Stärkung ein wenig kalte Pizza vom Vortag. So muss das! Mein Highlight der Sessions, die ich besucht habe – (1) Social TV (2) Veranstaltungsbegleitung mit Twitter (3) KStA II (4) Hashtology und (5) Twitter und die Bedeutung für den arabischen Frühling und die Türkei –, war die Hashtology der O’Reilly Vertreter. Hier ging es um die Flops und Tops des Hashtag-Marketings, und ich komme aus dem Kichern nicht mehr raus: #susanalbumparty – what a fucking great hashtag! :-DDD

Ich hatte zwei fantastische Tage, und ich würde mich sehr freuen, wenn es nächstes Jahr wieder ein TweetCamp in Köln geben würde. Danke an Steph Baltes und an alle anderen, die uns dieses Wochenende ermöglicht haben!


Video: Ali Mokhtari für zoomm.me (CC-by-Ali Mokhtari)

NetworkingLine beim #tck13: die Vorbereitung

NetworkingLine Vorbereitung

NetworkingLine Vorbereitung, Foto: jj

Beim 1. Tweetcamp im Kölner Startplatz hat BloggerBrunch die erste Aktion gestartet: NetworkingLine war ihr Name und bedeutete für @KretschmerB, @minsworld und @A_Christofori einiges an Vorbereitung.

Wie in der Ankündigung beschrieben und auf dem Tweetcamp vielfach erzählt, startete alles mit dem Ausfüllen von Karteikarten: Passend zum üblichen Vorgehen bei Barcamps sollten die Teilnehmer ihren Twitternamen und ihre drei Hashtags auf eine Karte schreiben.

Während alle anderen in der Folge die Vormittagssessions besuchten, hatten wir unseres Spaß beim Auswerten der Karten. Die ersten Cluster-Ideen waren uns schon während der obligatorischen Vorstellungsrunde gekommen. Bei so viel #Kaffee MUSSTE es einfach ein »genussvolles« Cluster geben. Und hätten wir frühzeitig von allen vom #Fußball Begeisterten die Karten zurückbekommen, hätte es sicherlich eine »spielerische« Gruppe gegeben und @dieSteph wäre mit ihren #Spiel, #Spaß und #Spannung Tags nicht in der kulturellen Gruppe gelandet.

Nach dem Sortieren galt es schließlich noch, die Karten nun an bunte Bändchen zu tackern (ich LIEBE tackern!) und die Cluster für alle gut ersichtlich im Startplatz aufzuhängen. Gerne hätte ich ja auch meinen Tacker mitgebracht, mit dem man direkt in die Wand schießen kann, aber dann haben wir uns doch für die Methode des spurlos-entfernbaren Klebens entschieden. Auch wenn wir mit NetworkingLine durchaus zum nachhaltigen Netzwerken beitragen wollten, sollten unsere unerwünschten Spuren ja nicht unbedingt nachhaltig sein…

Zur Erinnerung für alle, an denen unsere Aktion dann doch ob der spannenden Sessions ein wenig bis sogar völlig vorbeigegangen ist, hier nun also die nachträgliche Dokumentation, wer eigentlich mit wem in einer Gruppe gelandet war:

 

NetworkingLine beim TweetCamp 2013 in Köln

Beim Tweetcamp 2013 im Kölner Startplatz starten wir von BloggerBrunch unsere erste Aktion:

NetworkingLine

NetworkingLine, BloggerBrunch

SO GEHT’S:

1 – Schreib auf die Karte Deinen TWITTERNAMEN und Deine DREI HASHTAGS.

2 – Unsere Arbeit: Wir sortieren Eure Karten nach gemeinsamen Interessen (neudeutsch: Wir clustern sie) und stellen das Ergebnis an unterschiedlichen Orten im Startplatz aus.

3 – Dein Job ist nun, Deine Karte wiederzufinden und Dich dann mit mindestens einer Kollegin/einem Kollegen deines Clusters zu fotografieren.

Das Foto kannst Du dann mit dem Hashtag #TCK13FOTO via Twitter veröffentlichen. Wenn du in deinem Tweet auch noch den Twitternamen der oder des anderen auf dem Foto nennen könntest, wäre das sehr hilfreich für uns!

WAS SOLL DAS GANZE?

4 – Am Ende des zweiten Tages haben wir so alle zusammen eine Erinnerung an das 1. Tweetcamp produziert. Wir veröffentlichen diese Fotos auf bloggerbrunch.de

DU BIST DAMIT EINVERSTANDEN, DASS

Fotos, die von Dir während des Tweetscamps am 15. + 16.06.2013 gemacht werden, ganz oder teilweise – auch in Ausschnitten und in Kombination mit anderen Fotos, Bildern, Texten – in sozialen Netzwerken (insbesondere auf Twitter) sowie auf bloggerbrunch.de veröffentlicht werden, und räumst bloggerbrunch.de hierfür ein einfaches und unentgeltliches Nutzungsrecht ein.

Twittagessen

Blogger und Twitterer sind allen Unkenrufen zum Trotz gesellige Menschen und treffen sich gerne zum Essen und Trinken. Ob sich das Ganze nun Twittagessen oder Bloggerbrunch nennt, hängt vielleicht mehr von der Uhrzeit ab denn von allem anderen.

So ist eins gewiss: Das nächste Twittagessen kommt bestimmt. Und der erste Bloggerbrunch sowieso.